Sachsen

Die Geschichte der Nordelbinger Sachsen bis zur Schlacht bei Suentana 798

Wie bekamen die Nordelbischen Siedlungsgebiete ihren Namen?

Ursprünglich war Jütland von germanischen Stämmen besiedelt. Zuerst trat diese Region als Ursprungsgebiet der Kimbern, Teutonen und Ambronen gegen Ende des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts ins Licht der Geschichte. Noch lange Zeit waren die Kimbern namengebend für die Halbinsel nördlich der Elbe bis zum Skagerrak, danach bürgerte sich der Name Jütland ein.
In den Reisebeschreibungen in der Bibliothek von Alexandria beschreibt Ptolemäus um 150 unserer Zeitrechnung die Nordseegermanen und fasst sie als Ingväonen zusammen. Das bedeutet, bei Ihnen war ein gemeinsamer Kult um den Fruchtbarkeitsgott Ingwi/Frey anzutreffen.

Wie begann die Abwanderung?

Ab dem dritten Jahrhundert ändern sich die Verhältnisse in Jütland, es wurde bedeutend kälter. Dies hat anscheinend dazu geführt, dass die vorher fruchtbare Ostseeküstenregion mit ihren schweren Lehmböden aufgegeben werden musste. Hier siedelten Stämme wie die Angeln und Varnen, die zu den Elbgermanen gerechnet werden. Man musste nach Westen auf die Geest ausweichen, oder ganz abwandern. Auf der Geest, also dem sandigen Mittelrücken Jütlands können wir keinen Bevölkerungsbruch seit der Zeitenwende feststellen.
In dieser Zeit kippte der Glaube um den Fruchtbarkeitsgott Ingwi, und der Kriegsgott Tiu/Tyr wurde bis ins sechste Jahrhundert der wichtigste Gott. Größere Stammesverbände bildeten sich in Jütland und an der friesischen Nordseeküste um die Angeln. Seefahrende Schwertgenossenschaften veranlassten die Römer in Britannien zu Gegenmaßnahmen. Diese Schwertgenossenschaften, sahsnotas, wurden namengebend für den späteren sächsischen Stammesverbund.

Was geschah nach der großen Landnahme in Britanien?

In den Jahren 450 und 451 führten die ersten größer angelegten Seezüge, untern den sagenhaften Anführern Hengist (Hengst) und Horsa (Pferd), nach Britannien zur Landnahme der „Angelsachsen“. An dieser Landnahme beteiligten sich ebenso die Friesen und die aus Nordjütland stammenden Jüten. Im Zuge dieser Auswanderung verödete das östliche Jütland zusehend. Ab spätestens 600 endet die Belegung der östlichen Friedhöfe. Langsam wanderten andere Stämme nach und füllten die Räume wieder auf. Die Dänen setzten in ihrer Wanderung vom südlichen Schweden über die Ostseeinseln nun auch nach Jütland über. In Wagrien wanderte gut hundert Jahre später slawische Bevölkerung ein. Vom Westen kamen Friesen.

Welche Stämme blieben übrig?

So blieben nördlich der Elbe lediglich drei Stammesgaue mit alter Bevölkerung bestehen, die sich noch komplett selbständig verwalteten: Dithmarschen, Stormarn und Holstein. Die Grenze nach Norden war relativ offen. Auch dort verblieb auf der Geest alte verwandte Bevölkerung erhalten, die sich zunehmend an den Fürsten in Sliasthorp, später Haithabu angliederte. Konflikte entstanden mit den seit dem achten Jahrhundert weiter nach Westen drängenden Obodriten.

Warum konnten Sachsen und Slawen sich nicht leiden?

Dem expandierenden Frankenreich, das seit 772 in offenen Krieg mit den südelbischen Sachsen lag, wollten sich die Nordelbinger nicht fügen. 798 schickt Karl die verbündeten Obodriten gegen sie in die Schlacht.
Nordelbingen sollte auch für die nächsten knapp fünfzig Jahre nach der Schlacht 798 ein immer wieder aufflackernder Brandherd bleiben.